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Apfelwein

Gute Küche mit feinem „Stöffsche“

Äbbelwoi? Im Bembel? Oje, denken manche, sowas hat doch mein Opa getrunken. Bieder, billig, uncool. Falsch gedacht! Im Gegenteil: Der Trend zu regionalen Produkten beschert auch dem Apfelwein einen Image-Schub und lässt Feinschmecker aufhorchen – denn er schmeckt nicht nur aus dem Glas.

Fein goldgelb sieht er aus. Er perlt im Glas. Er löscht den Durst, er ist erfrischend, herb und fruchtig. Er hat wenig Alkohol, aber macht trotzdem lustig. Denn eine feine Säure hat er meist auch, zumindest im unverdünnten Originalzustand.

Der Apfelwein, auch Eppler, Äbbelwoi oder Stöffche genannt, ist das hessische Nationalgetränk, bei dem mittlerweile nicht nur urhessische Eingeborene anerkennend mit der Zunge schnalzen.

Das Gerippte muss sein

In speziellen Apfelweinwirtschaften gehört das Getränk sowieso zum guten Ton. Aber auch Lokalitäten, die sich durchaus höheren kulinarischen Weihen verschrieben haben, lassen das „Stöffche“ immer öfter und wortwörtlich in ihre Rezepte einfließen. Und die Gäste strömen in Scharen. Menüs mit Wein kann jeder, das ist schick, das gehört quasi zur Grundausbildung des Auswärtsessers.

Aber Menüfolgen mit Apfelweinbegleitung, das sind Erlebnisse, mit denen sich die regionalen Gastronomen absetzen können. Das gibt es – bisher und original – eben nur im Hessischen. Aber wer will das leugnen: Die Streuobstwiesen gehören hierher, von hier kommen die alten Apfelsorten, das macht die Region aus. Und gehört es nicht auch dazu, die unterschiedlichen Spezialitäten in der Landschaft zu probieren, in der sie heimisch sind und hergestellt werden?

Der „Bembel“ als Ausschankkrug ist ebenso ein unverzichtbares Utensil rund um die Trinkkultur des Apfelweins wie das „Gerippte“. Darüber rümpfen einige die Nase, aber der eingefleischte Äbbelwoi-Süppler wird davon so schnell nicht lassen wollen. Auch wenn die feinen Apfelaromen vielleicht in einem Stielglas – wie für Wein – besser zur Geltung kämen. Jüngere Generationen werden auf das rautenverzierte Glas sicher auch verzichten können, so wie die nachwachsenden Schwaben lieber zum Weinglas greifen als zum rustikalen Henkelglas.


 
Gute Küche mit feinem „Stöffsche“

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