Winzer Tesch und Die Toten Hosen

Weißes Rauschen

Wein und Musik, das war schon immer eine gute, genussreiche Synthese. Doch knochentrockener Riesling und energiereicher Pop-Punk, das ist die verschärfte Kombi. Die Qualitätsphilosophie von Winzer Martin Tesch aus Langenlonsheim und die nach langen Jahren noch immer frech-frische Power-Mucke der Düsseldorfer Toten Hosen haben sich unter dem Namen „Weißes Rauschen“ in einem bemerkenswerten Joint -Venture gefunden.

Das weiße Rauschen, ein Begriff aus der Elektroakustik und vielen Älteren noch vom Testbild des Fernsehgerätes vertraut, ist ein Stück aus dem letzten Album der „Hosen“, nämlich „Zurück zum Glück“.

Zu seinem Glück kam der Winzer 2005 in Kontakt mit den Toten Hosen, eine Bekanntschaft, die sich mittlerweile zu einer Freundschaft entwickelt hat, denn „durch seine große Leidenschaft für die Musik gab es direkt eine gemeinsame Basis“, wie die Band auf ihrer Homepage betont.

Die Chance, mit dieser Ikone des Deutsch-Punk zusammenzuarbeiten, setzte Martin Tesch schon einmal mit seinem „Machmalriesling“ um. Der glänzte nicht nur mit einer übergroßen Alkoholangabe auf dem Etikett, frei nach dem Hosen-Motto: Kein Alkohol (ist auch keine Lösung). Auch sonst schrie er „unkonventionell und kompromisslos!“, vom Design über die Ausstattung bis zum Inhalt.

Ein klares Markenzeichen der immer staubtrockenen Tesch-Weine, die auch schon mal mit Gibson-Gitarren auf „Rolling Riesling Tour“ gingen. Ähnlich schnörkellos kommt das „Weiße Rauschen“ daher, nur mit etwas mehr Alkohol (12,5 %) und dank des tollen Jahrgangs 2009 auch mit mehr Aroma und Tiefgang.

Wein unplugged

Martin Tesch ist ein Mensch, der schon immer hinterfragt hat, neugierig war, Strukturen verändert hat. Früh schon hat er das elterliche, in 300 Jahren verstaubte Familienweingut verlassen, hat eine Zeit des Aufbegehrens durchlaufen, das Kennenlernen neuer Wege und neuer Musik mit vielen wichtigen Erfahrungen, aber auch ein Studium als promovierter Mikrobiologe abgeschlossen.

Doch „ich war in diesem Beruf absolut karriereuntauglich“, meint Tesch. Also ging es wieder zurück nach Langenlonsheim, um im Weingut tatsächlich alles anders zu machen. Erst mal wurde die Rebfläche von 40 auf 20 Hektar radikal verkleinert. Entworfen wurde dann eine neue, flotte Ausstattung, die schon designpreiswürdig war. Überall den Stelvin-Schraubverschluss drauf, im Sortiment nur noch wirklich trockene Weine, alle aus der Toprebsorte Riesling, und wenn´s geht, aus alten Reben.


 
Weißes Rauschen